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Vom Hamburger Grau ins Licht Südafrikas: Die Schauplätze zum Roman

Zwischen der kühlen Brise an der Alster und der Urgewalt am Tafelberg liegen Welten – und die Geschichte von Jonas und Elena. Begleite mich zu den Orten am Kap, an denen das Licht die Handlung schrieb.

Wer in Hamburg lebt, kennt das diffuse, ehrliche Licht des Nordens. In Kapstadt hingegen ist das Licht eine Urgewalt.   Für meinen Roman „Liebe. Schuld. Das Weingut am Kap.“ war es mir wichtig, keine glatten Postkarten-Motive zu zeigen. Ich wollte die Momente einfangen, in denen die Atmosphäre spürbar wird – genau dort, wo mein Protagonist Jonas als Fotograf seine Kamera ansetzt. Hier erzähle ich die Geschichten hinter den Bildern, die den Roman geprägt haben.

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Kirstenbosch Botanical Garden: Wo das Licht eine eigene Sprache spricht

Wer von der Alster ans Kap reist, wird von der Intensität der südafrikanischen Natur fast überwältigt. Im Botanical Garden Kirstenbosch, am Fuße des Tafelbergs, scheint das Licht zwischen Proteas und Farnen eine ganz eigene Sprache zu sprechen.

Für Jonas und Elena markiert dieser Ort im Roman einen entscheidenden Wendepunkt. Während sie die Pfade erkunden, fängt Jonas als Fotograf jene flüchtigen Momente ein, die das Wesen Südafrikas ausmachen – wie diesen Nektarvogel (Double-collared Sunbird), der an einer leuchtenden Fackellilie (Kniphofia) verweilt.

„Beim Eintreten schlug ihnen ein Duftgemisch entgegen, fremd und berauschend zugleich ...“ – ab Seite 117.

Es ist genau diese Symbiose aus dem harten Licht Afrikas und der zerbrechlichen Sanftheit der Flora, die die Atmosphäre in „Liebe. Schuld. Das Weingut am Kap.“ prägt. Ein Paradies für Fotografen und alle, die das Besondere suchen.

Khayelitsha: Licht und Schatten im ungeschminkten Südafrika

Südafrika besteht nicht nur aus Weingütern und Postkarten-Sonnenuntergängen. In Khayelitsha zeigt das Kap sein wahres, oft ungeschminktes Gesicht.

Für Jonas ist der Weg in das Township ein Weg in die Dunkelheit – weit entfernt von der geordneten Sicherheit seiner Hamburger Welt. Während das Licht hier nachts in harten, unerbittlichen Streifen an den Wellblechhütten bricht, verschwimmen für den Fotografen die Grenzen zwischen bloßem Beobachten und schicksalhaftem Handeln. Es ist ein Ort der existenziellen Notwendigkeiten, an dem Jonas Entscheidungen trifft, die sein Leben und das von Elena für immer verändern werden.

 

„Am Rand des Townships hob sich eine Hügellinie aus Wellblech und Ziegelresten, dazwischen Wäscheleinen, Antennen, Feuerstellen.“ – ab Seite 159.

Die flirrende Hitze und das flackernde Neonlicht bilden den rauen Gegenpol zur Idylle der Weinberge und machen die innere Zerrissenheit der Charaktere in

„Liebe. Schuld. Das Weingut am Kap.“ greifbar.

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Jonas behält recht:
Dusche inklusive im Brass Bell

„Du übertreibst gern“, sagt Elena auf Seite 129. Doch dieses Foto beweist: Der Fotograf Jonas hat nicht zu viel versprochen.

Hier im legendären Brass Bell in Kalk Bay gehört die Dusche durch die Gischt der False Bay oft ungefragt zum Menü. Wer hier einen Tisch reserviert, unterschreibt unbewusst einen Vertrag mit der Naturgewalt des Ozeans.

 

Es ist genau jene ungezähmte Atmosphäre, die Jonas so fasziniert und die Elena schließlich den Atem raubt, wenn die Wellen über die Brüstung schlagen.

„Später, als die Wolken sich verzogen, fuhren sie nach Kalk Bay. [...] Die Gischt lief in langen Fingern am Mauerwerk herab. ‚Hier mache ich die besten Bilder‘, sagte Jonas.“ – ab Seite 129.

 

Diese Szene in „Liebe. Schuld. Das Weingut am Kap.“ zeigt, dass die Grenze zwischen Land und Meer am Kap so flüssig ist wie die Erzählungen über diesen besonderen Ort.

Das Weingut: Wo die Geschichte ihr Zuhause hat

Es gibt Orte, deren Mauern lauter sprechen als jeder Dialog.      Wenn Elena nach dem Rundflug um das Kap der Guten Hoffnung zurückkehrt, ist es die schiere Atmosphäre des Kaps, die sie empfängt. Genau hier, zwischen den alten Steingebäuden und den weitläufigen Reben, spielt das Herzstück meines Romans.

Das Foto fängt genau jenen Moment ein, in dem die Architektur und das Licht Südafrikas verschmelzen – ein Anblick, der Jonas Tränen in die Augen treibt und Elena zum ersten Mal eine Ahnung von Heimat gibt. Wer dieses Foto betrachtet, steht direkt neben ihnen in der schweren, nach Erde und Most duftenden Abendluft.

„Alte Steingebäude standen im schrägen Licht, das Holz der Scheunen und die neuen Barrique-Fässer schimmerten, als läge ein dünner Ölfilm darüber. Reben breiteten sich wie grüne Teppiche über die Hänge. [...] Elena stieg aus, legte den Kopf in den Nacken und atmete tief. ‚Ich glaube, ich könnte hier leben‘, sagte sie leise.“

Ab Seite 110 des Romans "Liebe. Schuld. Das Weingut am Kap."

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Erlebe Südafrika hautnah – von der stürmischen False Bay bis zum Weingut am Kap.

W. H. Hartmann versteht es meisterhaft, Emotionen in Worte zu fassen und Bilder entstehen zu lassen, die man fast riechen und schmecken kann.Rezension auf LovelyBooks

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